DriveNow

Rechtsanwalt Till Win
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Bericht über kundenfeindliche Schadensregulierungsvorgänge bei DriveNow:

DriveNow wirbt bislang mit einer sogenannten „Rundum-Sorglos-Versicherung“ für die sorgenfreie Nutzung der Drive-Now-Fahrzeuge gegenüber den Nutzern.

Als der Unterzeichner im Jahr 2018 ein Mandat für einen DriveNow-Kunden übernahm, von dem DriveNow ca. 13.000,- Euro wegen eines wasserbedingten Motorschadens bei einer Unwetterfahrt für einen Mini verlangte war der Unterzeichner daher zunächst relativ überrascht.

Insbesondere hatte DriveNow den Sachverhalt kaum aufgeklärt und seine Forderung außergerichtlich gegenüber dem Kunden nicht erläutert oder nachvollziehbar begründet.

In dem von DriveNow geführten Gerichtsprozess vertrat DriveNow sodann die Auffassung, dass der durch Wasser verursachte Motorschaden überhaupt kein versichertes Ereignis darstellen würde. Der Kunde daher insoweit überhaupt keinen Versicherungsschutz hätte.

Zudem vertrat DriveNow die Auffassung der Kunde hätte grob fahrlässig verursacht. Bei grober Fahrlässigkeit greift die DriveNow-Vollkaskoversicherung nach den allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht, selbst wenn es sich um ein versichertes Ereignis, wie z.B. einen Unfall handelt.

Da der Unterzeichner beide Auffassungen von DriveNow für extrem Kundenfeindlich und rechtlich unzutreffend hielt, wandte der Unterzeichner sich zudem an die Presse, die ausführlich über den Fall berichtete (u.a. BZ  https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/weil-es-in-berlin-geregnet-hat-wollte-drivenow-13-000-euro-von-mir, Stiftung Warentest https://www.test.de/Carsharing-So-gut-klappt-es-in-der-Praxis-5444917-0/, Bild https://www.bild.de/bild-plus/regional/berlin/berlin-aktuell/motorschaden-nach-unwetter-drivenow-forderte-13-000-euro-von-kunden-60606982,view=conversionToLogin.bild.html).

Beiden Auffassungen von DriveNow erteilte das Landgericht Berlin mit Urteil vom 14.02.2019 (65 O 72/18) eine deutliche Abfuhr und wies die Klage von DriveNow vollumfänglich ab.

Im Oktober 2019 wandte sich dann erneute eine DriveNow-Kundin an den Unterzeichner. Wieder verlangte DriveNow wegen einem bei einer Regenfahrt aufgetretenen wasserbedingten Motorschaden an einem Mini ca. 13.000 Euro. Wieder wurde der Sachverhalt kaum aufgeklärt und die Forderung außergerichtlich nicht begründet oder erläutert.

Als der Unterzeichner sodann schriftlich die Forderung zurückwies und eine erneute öffentliche Berichterstattung ankündigte, nahm DriveNow dann plötzlich Abstand von der Forderung und verlangte aber noch die Selbstbeteiligung i.H.v. 350,- Euro.

Im Dezember 2019 wandte sich erneut ein DriveNow-Kunde an den Unterzeichner. Diesmal wollte DriveNow ca. 5000,- Euro wegen einem Unfallschaden.

Dem Kunden wurde während einer Fahrt sehr schlecht, weshalb er eine Freundin bat für ihn weiterzufahren. Die Freundin verursachte einen Schaden, als Sie vermeintlich statt dem Rückwärtsgang den Vorwärtsgang einlegte und gegen ein vor ihr befindliches stehendes Fahrzeug stieß.

Erneut forderte DriveNow ohne ausreichende Sachverhaltsaufklärung und ohne rechtliche Begründung den am DriveNow-Fahrzeug entstandenen Schaden in voller Höhe vom Kunden. Ob DriveNow den Versicherungsschutz wegen des Fahrerwechsels oder wegen angeblicher grober Fahrlässigkeit versagte, blieb daher zunächst vollkommen unklar.

Es zeichnet sich bei allen Fällen ab, dass DriveNow scheinbar sehr schnell erhebliche Schadensforderungen gegenüber seinen Kunden geltend macht ohne den Sachverhalt hinreichend aufzuklären und seine Forderungen nachvollziehbar zu begründen. Zudem scheint DriveNow bei der Auslegung der Reichweite ihrer sogenannten „Rundum-Sorglos-Versicherung“ (zumindest in den oben beschriebenen Fällen) eine kundenfeindlich Auslegung zu bevorzugen.

Aus Sicht des Unterzeichners sollte man sich gegen solche Forderungen von DriveNow stets zur wehr setzen und die Forderung zunächst anwaltlich prüfen lassen. Auch empfiehlt es sich die Presse einzuschalten, um auch einen öffentlichen Druck auf DriveNow auszuüben.

Gerne können Sie sich im Rahmen einer Erstberatung bei Bedarf an den Unterzeichner wenden. Die Erstberatung kostet beim Unterzeichner 50,- Euro, falls Sie nicht rechtsschutzversichert sind.